Zeugenverhör von 1309

Protokoll zum Zeugenverhör vom 18. März 1309

 Zeugenverhör durchgeführt durch Gerhard von Renneberg, Kanoniker des Stifts St. Servatius zu Maastricht und Pfarrer von Erkelenz, und Gerhard, Pfarrer der Kirche Mechelen, Dioezese Lüttich, im Verfolg der Klage des Gerhard von Nassau, Lütticher Archidiakon und Probst des Stiftes zu Aachen, gegen den Edelherrn Gottfried von Heinsberg, Ritter, und Emund von Kückhoven und genossen wegen der Güter und Rechte im Dorf und Bezirk Erkelenz, die dem Aachener Stift und Probst gehören.

Goswin von Oestrich wurde befragt, ob Gottfried und Emund selbst oder durch Komplizen seit mehreren Jahren den großen und den kleinen Zehnt in Dorf und Bezirk Erkelenz sowie vieler Güter und Rechte, die dem Probst gehören, mit Gewalt und gegen dessen Willen erhoben und weggenommen haben und ob sie dessen Güter und Rechte in der Pfarre Erkelenz bis heute für sich behalten, was er unter Eid bejahte.

Auf Befragen bestätigte er, dass dies seit Jahren in der Pfarre allgemein bekannt sei und dass in den letzten Jahren die Boten der beiden Herren die Zehnten, Güter und Rechte in Anspruch genommen und für sich verwandt hätten. Er selbst habe gesehen, dass der Emund seit einigen Jahren das Amt des Schultheißen des Dorfes Erkelenz bekleide und gegen den Willen von Probst und Stift Aachen Brüchten erhoben habe, was im Dorf Erkelenz allgemein bekannt sei, obgleich das besagte Amt und die Einsetzung in dieses rechtmäßig und alters her dem Stift und Probst zustehen.

Er habe auch gesehen, dass zur Zeit, als Otto von Everstein Probst des Aachener Stifts gewesen sei, ein gewisser Henricus de Busco, Vater von Emund, um den es gehe, Schultheiß des Dorfes Erkelenz gewesen sei, und nach dessen Tod habe Probst Otto von Rutgerus Stipen als Schultheiß eingesetzt, und diesen habe ein Bruder des die Nachfolge beanspruchenden Emund ermordet, der wegen dieses Mordes exkommuniziert und abgesetzt worden sei.

Er habe auch erlebt, dass danach der selbe Probst Otto nacheinander noch zwei weitere Schultheißen im Dorf Erkelenz auf friedliche und ruhige Weise eingesetzt habe, und diese seien Herr Arnoldus Sconchoven und Peregrinus Svertvogherre gewesen, von anderen wisse er nicht.                                                                                             Dasselbe bezeugen unter Eid auch Gerradus Nase, Conradus Suse von Erkelenz, Henricus de Udenraide, Schoeffe in Erkelenz, und Tilmannus de Eychenbouchts aus der Pfarre Erkelenz, die alles, was der erste Zeuge ausgesagt hat, voll und ganz zustimmen.

Es stimmen ebenfalls zu, nur mit einer Einschraenkung, dass sie ueber das, was Goswin über die Zeit des Propstes Otto ausgesagt habe, nichts wuessten, die folgenden Zeugen: Gerardus de Eychen, Schoeffe in Erkelenz, Arnoldus de Wykeraide, Schoeffe in Erkelenz, Petrus, Schoeffe in Erkelenz, Godefridus Weitzkorn, Gerardus Tulen, Henricus Pistor, Herrmannus Cronhouse, Wilhelmus Spirnich, Henricus fermentarius, Sibertus Velkevere,Henricus Campman, Theodericus de Grueboch, Henricus vulpes, Sybertus Greyne, Henricus Piropus, Petrus Sohn der Cormunre, Theodericus Kiche, Godefridus de tilia, Godefridus Sohn des Conrardus, Thilmannus de Wickeroide, Godefridus Sohn des Kume,Thillmannus apud mare, Joannes Haneken,Godefridus Sohn Colonis, Joannes Schwiedersohn institricis, Ruterus de Menkenraide, Honsthilt Erstinus, Henricus rufus, Arnoldus vulpes, Remboldus, Joannes sutor, Gerardus de Wickeroide, Godefridus de Beldencoven, Udo de Beldenkoven, Henricus de Nederporce, Ludwicus de Beldecoven, Herrmannus serdo, Anselmus der Senake, Renardus de Aycthenburch, Henricus de Buscho, Godefridus episcopus, Henricus de Ostenich, Henricus carnifex, Rodolphus de Odenroide, Joannes vulpes, Gerardus Keyser, Gerardus Ranche, Arnoldus de Odenroide, Henricus pistor, Gobelinus de Odenroide, Theodericus carnifex, Henricus sardo, Aegidius de Erklent, Theodericus sardo, Theodericus Ploke, Gerardus Spigele, Thilmannus de Busco, Lambertus Sohn des Greve, Henricus Sohn des Midelman, Henricus Sohn des pistor,Theodericus vinitor, Alardus Stelt, Godefridus Sperbricht, Sibertus Sohn der Aleidis, Franco de Orio, Henricus Sohn Giba, Tillmannus de Mare, Martinus de Honte, Godelinus de Erklent, Tilmannus Gayetman, Herr Geradus Alant, Ritter und Johannes Sohn Ivels.                                                                              Daraufhin bezeugen die sieben Schoeffen des Dorfes Erkelenz auf Anmahnen des Vogtes des Dorfes bzw. dessen Stellvertreters, dass das Dorf Erkelenz ein Eigendorf des Stiftes und des Propstes zu Aachen sei und dass die Schoeffen bei ihrer Wahl oder Einfuehrung Stift und Propst bzw. dessen Schultheiß oder Boten gegenueber Treue geschworen Haetten. Dies bestaetigten auch alle vorher genannten Zeugen. Desgleichen stimmte dem die gesamte Dorfgemeinde zu. –  1308 am Dienstag nach dem Passionssonntag.

Die beiden Beklagten wurden mit dem Kirchenbann bestraft. Aber sie erhoben Einsprueche und Klagen bei den Bischoefen und auch bei der paepstlichen Kurie, die sich damals in Avignon aufhielt.

Doch dauerten die Streitigkeiten mit Heinsberg bis 1313 und mit Kueckhoven sogar bis 1327.